StartseiteWir über unsPressemitteilungenMitgliederinformationGrundschulen und OGSUnsere Arbeitaktuelle ThemenTermine

Unsere Arbeit:

Bürgerentscheid Gesamtschule

Abfallgebührenordnung 2010

Kommunalwahl 2009

Spielplatzpatenschaften

Eltern-Kind-Parkplätze in Pulheim

Kindergartenbeiträge

unsere Veranstaltungen

Kommunalwahl 2009:

Fragen an die Parteien

Fragen an die Bürgermeisterkandidaten

Aufruf zur Kommunalwahl

Allgemein:

Startseite

Der Vorstand

Kontakt

Impressum

Satzung



Kindertagesstätten:


Die Finanzierung ist weiterhin ein sehr wichtiges Thema für unsere Mitglieder.
Die Elternbeiträge liegen in Pulheim weit über dem von der Landesregierung empfohlenen Anteil von 19% an den Gesamtkosten.

Welche Maßnahmen planen Sie, um den Anteil der Elternbeiträge an der KiTa-Finanzierung auf 19% zu begrenzen?

Frank Keppeler (CDU):

Es ist zutreffend, dass der Elternbeitrag in unserer Stadt über dem von der Landesregierung empfohlen Anteil liegt. Maßgeblich ist hierfür die überdurchschnittliche Einkommenssituation, welche wir in Pulheim zu verzeichnen haben. Wie Sie vielleicht wissen, weist der 1. Budgetbericht für das Jahr 2009 ein Defizit von über 6,8 Millionen Euro aus. D.h., die Einnahmen decken die Ausgaben bei weitem nicht. Angesichts dieses Umstands sehe ich für die Reduzierung der Elternbeiträge derzeit keinen Raum. Es ist meines Erachtens nicht sinnvoll, neue Schulden zu produzieren, wo wir bereits jetzt ca. 8,5 Millionen Euro für Zins- und Tilgungszahlungen aufzubringen haben. Eine solche Vorgehensweise ist nach meiner Einschätzung gegenüber den nachfolgenden Generationen nicht vertretbar. Auch eine Steuererhöhung halte ich nicht für richtig

Florian Herpel (SPD):

Das Elternbeitragsaufkommen richtet sich nach den jährlichen Beitragsfestsetzungen, die entsprechend der vom Rat beschlossenen Satzung vorgenommen werden. Das Gesamtaufkommen ist daher von Jahr zu Jahr unterschiedlich. Die beitragspflichtigen Eltern verfügen über ein überdurchschnittlich hohes Einkommen. Dieses führt dazu, dass der Anteil der Elternbeiträge ebenfalls über dem Landesdurchschnitt liegt. Eine Reduzierung des KiTa-Anteiles wäre nur möglich, wenn der Rat eine Trennung der Beiträge für Kindertagesstätten und Offenen Ganztagsgrundschulen beschließen würde; dies fiele zum Nachteil all derjenigen Eltern aus, deren Kinder sowohl Kindertagesstätten als auch die Offene Ganztagsgrundschule besuchen, da diese dann wieder doppelte Beiträge zu zahlen hätten.

Wie sehen Sie in die Entwicklung der Elternbeiträge in den nächsten 5 Jahren?

Frank Keppeler (CDU):

Es muss sichergestellt werden, dass Pulheim für die hier wohnenden Familien attraktiv bleibt. Dies gilt zum einen bezüglich des Betreuungsangebots. Die gilt zum anderen aber auch betreffend die Beiträge. Bei Kostensteigerungen werden sich Beitragsanpassungen vermutlich nicht vermeiden lassen. Auch wird infolge der Steigerung bei den „U3-Kindern“ eine Veränderung der Beitragsstruktur notwendig werden.

Florian Herpel (SPD):

Eine Prognose ist nicht möglich, da die Elternbeiträge Jahr für Jahr neu festgesetzt werden. Soweit es mir möglich sein wird, werde ich mich für gleich bleibende Beiträge einsetzen und Erhöhungen zu vermeiden suchen.

Unsere Mitglieder wünschen sich eine breitere Flexibilisierung des Buchungsangebots
z.B. KiTas, die bis 17:00 Uhr oder darüber hinaus geöffnet haben oder die Wahl der Stunden pro Tag.
Wie sehen Ihre Realisierungspläne hierzu aus?

Frank Keppeler (CDU):

Ich sehe auch den Bedarf an einem Betreuungsangebot, welches über 17:00 Uhr hinausgeht. Hier finden bereits entsprechende Gespräche mit Eltern und den Trägern der Kindertagesstätten bzw. deren Mitarbeitern statt. Allerdings wird es so sein, dass zusätzliche Leistungen sicherlich auch zu erhöhten Kosten führen werden. Im Rahmen der verfügbaren persönlichen und sachlichen Ressourcen halte ich eine Flexibilisierung für durchaus erwägenswert.

Florian Herpel (SPD):

Die Satzung, in der die Gesamtwochenstunden geregelt sind, bietet schon jetzt ein hohes Maß an Flexibilität. Viele Einrichtungen nutzen diese Flexibilität schon heute und bieten bedarfsdeckende Angebote mit einer unterschiedlichen Stundenzahl für die einzelnen Tage der Woche an. Die Planungen werden jeweils vor Ort betrieben.
Die Stadtverwaltung und das Jugendamt werden auch zukünftig gerade mit den Familienzentren und den übrigen Einrichtungen die Bedarfe ermitteln und Unterstützung bei einrichtungsbezogenen Lösungen anbieten (z.B. bei der Betriebskostenberechnung oder der Ermittlung gesetzlicher Möglichkeiten der Personalbemessung).

Aus Sicht unserer Mitglieder sollte das Angebot für die Vorschulkinder verbessert werden.
z.B. Englisch mit ‚native Speaker‘, Umwelterziehung, musikalische Früherziehung.
Generell sollte das Bewegungsangebot für alle Kinder verbessert werden.
Welche Maßnahmen planen Sie für die städtischen Kindertageseinrichtungen?

Frank Keppeler (CDU):

Die verschiedenen Träger der Kindertagesstätten halten schon heute ein attraktives Angebot vor. Die Tagesstätten weisen hierbei besondere unterschiedliche Schwerpunkte auf. Angebote müssen sich nach Bedarf und finanziellen Möglichkeiten richten. Hier gilt, was ich schon oben dargelegt habe: Es muss einerseits ein gutes Betreuungsangebot vorgehalten werden, andererseits muss auch die Belastung der Stadt sowie der Eltern im Auge behalten werden.

Florian Herpel (SPD):

Jede Einrichtung arbeitet im vorgegebenen Rahmen eigenständig. Dies hat zur Folge, dass die Einrichtungen alle sehr unterschiedliche Schwerpunkte in der inhaltlichen Arbeit setzen. Einen immer größeren Stellenwert nimmt hierbei die Arbeit mit den Vorschulkindern ein. Viele der in der Frage genannten Ideen werden bei dieser Arbeit bereits realisiert. Allerdings hielte ich eine generelle Vorgabe für die Arbeit für falsch, da dann die Eigenständigkeit der Einrichtungen verloren ginge.

Unsere Mitglieder haben den Wunsch nach mehr Personal bzw. kleinere Gruppen in den Kindertagesstätten. Außerdem wird der Einsatz von Springern bei Urlaub oder längerer Krankheit – KiTa übergreifend – vorgeschlagen.
Wie stehen Sie dazu?

Frank Keppeler (CDU):

Dieser Wunsch ist gut nachzuvollziehen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der städtischen Kindertagesstätten beklagen immer wieder – häufig zu Recht – eine übermäßige Belastung. Ich halte hier die Schaffung eines Konzeptes für erforderlich, das Gewähr dafür bietet, dass Engpässen in der personellen Betreuung kurzfristig und flexibel begegnet werden kann. Die Finanzierbarkeit kleinerer Gruppen ist infolge der Vorgaben des Kinderbildungsgesetz (KiBiz) und der derzeitigen finanziellen Situation der Stadt kaum realisierbar.

Florian Herpel (SPD):

Diesen Wunsch kann ich persönlich voll und ganz nachvollziehen und teile diesen auch. Zurzeit wird die Personalbemessung allerdings ausschl. über das sog. Kinderbildungsgesetz (KIBIZ) geregelt. Das von mir geleitete Jugendamt hat in Anwendung des Gesetzes für dieses und das kommende Jahr bereits 6,5 neue Stellen vorgesehen, von denen auch welche sog. Springerdienste erfüllen können. Leider ist das von der NRW Landesregierung beschlossene Gesetz KIBIZ stark nachbesserungsbedürftig. Eine Nachbesserung ist dringend notwendig, liegt jedoch nicht in meinem Einflussbereich.
Persönlich strebe ich eine weitere Verbesserung der Zahl der Erzieherinnen und Erzieher in den Einrichtungen an. So kann gerade den steigenden Anforderungen entsprochen werden, die sich mit der Aufnahme der kleinen Kinder, die jünger als drei Jahre sind, ergeben.

Es wird ein höherer Ausbildungsbedarf bei den Erzieher(inne)n gesehen. Außerdem sollte die Sprachstandsfeststellung Delfin 4 über die Erzieher durchgeführt werden. Das ist aussagekräftiger und kostengünstiger.
Wie stehen Sie zu diesen Forderungen?

Frank Keppeler (CDU):

Die Aus- und Fortbildung der Erzieher ist überaus wichtig. Diese ist auch zukünftig zu gewährleisten. Die Sprachstandsfeststellung liegt aufgrund der landesgesetzlichen Vorgaben grundsätzlich in der rechtlichen Verantwortung des staatlichen Schulamtes (vgl. § 36 Abs. 2 SchulG NW). Es ist jedoch wünschenswert, dass Schulen und Kindertagesstätten bei der Durchführung zusammenwirken.

Florian Herpel (SPD):

Ich unterstütze die Forderung zur Verlagerung der Sprachstandfeststellung vorbehaltlos. Im Hinblick auf die Qualifikation der Erzieherinnen und Erzieher verfügen wir heute über gut ausgebildete und hoch motivierte Kolleginnen und Kollegen. Den stetig steigenden Anforderungen wird durch eine verbesserte Ausbildung und gute Fortbildungsangebote zukünftig Rechnung getragen.

Einige Mitglieder bemängeln die Qualität des Essens. Sie wünschen sich besseres, gesünderes, frisch gekochtes Essen in den KiTas.
Wie stehen Sie dazu?

Frank Keppeler (CDU):

Die Betreiber der Kindertagesstätten entscheiden autonom über die Auswahl des Essens. Es gibt eine Vielzahl von selbstständigen Anbietern, die ein qualitativ hochwertiges Angebot zur Verfügung stellen. Bei Unzufriedenheit ist auch ein Wechsel des Anbieters möglich. In manchen Kindertagesstätten wird selber gekocht. In jedem Fall ist es wichtig, dass Kinder in der Kindertagesstätte ein gutes Essen zu einem akzeptablen Preis erhalten.

Florian Herpel (SPD):

Die Essen werden in den Einrichtungen zubereitet bzw. von den Einrichtungen beim Caterer bestellt. Ich bin froh, dass wir städtische Einrichtungen haben, in denen durch Hauswirtschaftskräfte frisch und qualitätsvoll gekocht wird. Ich hoffe, dass dieses Angebot auch zukünftig erhalten bleibt. Sollte es in einzelnen Einrichtungen Fragen zum Essen geben, bitte ich, dies unmittelbar in der Einrichtung mit der Leiterin oder im Elternrat zu thematisieren, denn auch ich bin der Ansicht, dass jedes Kind gesunde Nahrung bekommen muss!

Wie sehen Ihre Ausbaupläne zur Kleinkinderbetreuung (U3) aus?

Frank Keppeler (CDU):

Die Betreuung der Kleinkinder ist eine wichtige und zukunftsweisende Aufgabe. Insbesondere infolge des Kinderförderungsgesetzes des Bundes sowie dem Ziel der Landesregierung, ab 2010/2011 einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz für Kinder ab zwei Jahren zu gewähren, ist es erforderlich, hier frühzeitig im Rahmen der vorhandenen finanziellen Mitteln mit der Realisierung zu beginnen. Es gibt einen ambitionierten Ausbauplan der Stadt Pulheim, der von mir getragen wird.

Florian Herpel (SPD):

Als Jugenddezernent habe ich in der letzten Sitzung des Jugendhilfeausschusses die städtische Kindertagesstättenbedarfsplanung vorgelegt (Ratsinformationssystem der Stadt: » http://sdnet.pulheim.de/rim350/vorlagen-input.do ; bitte Vorlagen-Nummer 190/2009 eingeben). Diese ist vom Ausschuss einstimmig verabschiedet worden. Der Bedarfsplan sieht vor, den Rechtsanspruch ab dem ersten Geburtstag des Kindes zu verwirklichen. Die Realisierung erfolgt in den kommenden Jahren schrittweise bis zum gesetzlichen Stichtag im Sommer 2013. Es werden in den Kindertagesstätten im Stadtgebiet dann u.a. 304 Plätze für Kinder unter drei Jahren zur Verfügung stehen. Dieser Plan bietet allen Beteiligten die erforderliche Planungssicherheit.

Die Ausbauplanung sieht hierbei vor, dass den zu erwartenden Kinderzahlen entsprechend die Plätze auf die einzelnen Ortsteile verteilt werden. Eine Garantie bezogen auf den Ortsteil oder gar eine Einrichtung kann es leider nicht geben, da dann die Zahl der vorzuhaltenden Reserveplätze sehr groß und teuer wäre. Mir ist aber aus der Vergangenheit kein Fall bekannt, dass im Zuge der Realisierung des Rechtsanspruches ab 3 Jahren nicht wenigstens in einer Einrichtung im Ortsteil ein Platz zur Verfügung gestellt werden konnte.

Es wird der Wunsch nach einer ortsgebundenen Garantie für die U3-Betreuung.
Wie stehen Sie dazu?

Frank Keppeler (CDU):

Ein solcher Wunsch ist gut verständlich. Insbesondere bei Geschwisterkindern ist es höchst unerfreulich, wenn im Laufe des Tages mehrere Kindertagesstätten angefahren werden müssen. Eine Garantie für eine ortsgebundene Betreuung wird jedoch nur sehr schwer realisierbar sein. Die Entwicklung der Bedarfe ist in den einzelnen Stadtteilen höchst unterschiedlich. Die finanziellen Mittel reichen nicht aus, in einem Stadtteil eine weitere Einrichtung zu bauen und im Gegenzeug in anderen Stadtteilen Leerstände zu akzeptieren. Schon heute bemühen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung, die Wünsche der Eltern nach Möglichkeit zu erfüllen. Dies gelingt jedoch leider nicht immer.

Florian Herpel (SPD):

siehe oben

Wie stehen Sie zur Wiedereinführung der Horte?

Frank Keppeler (CDU):

Horte sind nach der Landesgesetzgebung nicht mehr Bestandteil des Betreuungskonzeptes. Auf § 9 des Schulgesetzes NW nehme ich Bezug. Eine solide Finanzierung ist daher nicht möglich

Florian Herpel (SPD):

Das KIBIZ sieht die Horte als Angebote in Kindertagesstätten nicht mehr vor. Mit der Einführung und dem konsequenten Ausbau der Offenen Ganztagsgrundschulen steht ein gutes und von mittlerweile knapp 800 Grundschulkindern in Anspruch genommenes Angebot zur Verfügung.

In welchen Kitas sehen Sie Bedarf nach mehr Räumen und größeren Außengelände und wie wollen Sie das umsetzen?

Frank Keppeler (CDU):

Der genaue Bedarf pro Einrichtung ist zur Zeit nicht bekannt. Die Entwicklung der Geburten und Zuzüge lässt derzeit nicht erkennen, dass zusätzliche Einrichtungen notwendig werden.

Florian Herpel (SPD):

Die Kindertagesstättenbedarfsplanung mit dem Ausbau für Unter-3-Jährige sieht vor, dass natürlich auch die Räumlichkeiten in den Einrichtungen an die neuen Aufgaben angepasst werden. In Gesprächen mit den Vertreterinnen und Vertretern aller 27 Einrichtungen im Stadtgebiet werden die Veränderungsbedarfe ermittelt und die erforderlichen Maßnahmen im Rahmen der zur Verfügung gestellten Haushaltsmittel umgesetzt.




Grundschulen:


Unsere Mitglieder sind Eltern, denen der schulische Werdegang ihrer Kinder nicht egal ist, die kritisch auf die Schulsituation in Pulheim schauen, sich aber auch aktiv in den Schulalltag einbringen. Lerninhalte, Lernformen und Lernbedingungen sollen optimal für die Entwicklung der Kinder gestaltet sein. Hierzu sind viele Eltern bereit auch ihren eigenen Beitrag zu leisten. Schulischer Alltag der Kinder und beruflicher Alltag der Eltern sollen dabei so aufeinander abgestimmt sein, dass der Lernort Schule und der Lernort Familie gleichermaßen möglich ist. Das Zusammenwirken von Schule und Eltern ist heute wichtiger denn je.

Quantität oder Qualität? 30 Kinder pro Klasse sind zwar erlaubt, pädagogisch aber nur schwer vertretbar. Die Bevölkerungsprognose besagt, dass die Schülerzahlen in Pulheim in absehbarer Zeit wieder rückläufig sind.

Wie werden Sie die derzeitige Spitze an Grundschulkindern auffangen, damit die Klassen in den Grundschulen nicht zu groß werden?

Frank Keppeler (CDU):

Es ist wünschenswert, dass die Schülerzahlen in den Klassen möglichst gering sind. Zu große Klassen führen dazu, dass für Lehrer eine individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler schwierig wird.
Der Schulentwicklungsplan zeigt klar, dass wir zur Zeit eine Spitze erreicht haben, die nicht mehr überschritten werden wird. Es gibt mittelfristig keinen Bedarf für weitere Schulgebäude.

Florian Herpel (SPD):

Die Frage, welche Kinder in einer Schule aufgenommen und welche Klassengrößen realisiert werden, fällt in die ausschließliche Zuständigkeit der jeweiligen Schulleiter. Städtischerseits habe ich in den Ortsteilen mit mehreren Grundschulen regelmäßig Gespräche mit den Schulleiterinnen und Schulleitern moderiert, um eine zahlenmäßig gleichmäßige Verteilung der neuen Schülerinnen und Schüler zu erreichen. In den meisten Fällen, dank der guten Zusammenarbeit mit den Schulleitungen, auch erfolgreich.
Die Schulleiterinnen und Schulleitern haben allerdings auch nicht die Freiheit, Klassengrößen beliebig festzusetzen. Die Landesregierung legt die Zahl der Lehrerinnen und Lehrer fest, die in den Schulen zur Verfügung stehen. Hierdurch beeinflusst sie unmittelbar auch die Größe der Klassen.

Zwei von drei Schulen in Pulheim-Mitte haben zum neuen Schuljahr den jahrgangsübergreifenden Unterricht wieder abgeschafft. Das Jahrgangsübergreifende Konzept wird auch bei unseren Mitgliedern kontrovers diskutiert. Unstrittig ist jedoch, dass für jahrgangsübergreifenden Unterricht genügend räumliche wie personelle Ressourcen vorhanden sein müssen.

Wie ist Ihre Position?

Frank Keppeler (CDU):

In einem gewissen, begrenzten Maß halte ich jahrgangsübergreifenden Unterricht für sinnvoll. Es handelt sich aber um eine Frage des pädagogischen Konzeptes, wofür die Schulen zuständig sind. Auf die inneren Schulangelegenheiten hat die Stadt grundsätzlich keinen Einfluss. Was die räumlichen Ressourcen angeht, unterstützt die Stadt die Schulen nach Möglichkeit. Die personellen Ressourcen muss das Land zur Verfügung stellen.

Florian Herpel (SPD):

Die Schulen erarbeiten ihr Schulprogramm und die Konzeptionen eigenständig. Die Stadt stellt die erforderlichen räumlichen Kapazitäten zur Verfügung. Engpässe hat es zuletzt wegen der gestiegenen Zahl von Kindern in der Offenen Ganztagsgrundschule gegeben, auf die Rat und Verwaltung sehr schnell reagiert haben. Weitergehende räumliche Engpässe sind von den Schulleitungen nicht thematisiert worden.
Unabhängig von der Konzeption gehe ich aber davon aus, dass die Landesregierung das erforderliche Lehrpersonal zur Verfügung stellt.
Persönlich halte ich den jahrgangsübergreifenden Unterricht für eine gute Alternative. Lehrerinnen und Lehrer haben im Schnitt pro Klasse nur sechs I-Dötzchen, das Sozialverhalten der Kinder verbessert sich und die Kinder können sehr gut voneinander profitieren.
Letztendlich gilt aber, dass die Umsetzung egal welchen Konzeptes am besten dann gelingt, wenn alle Beteiligten dahinter stehen.

Viele Eltern beklagen eine oft desolate Situation in den Schultoiletten sowie ein Sanierungsstau an einigen Schulgebäuden. Eine angenehme Atmosphäre trägt unmittelbar zum positiven Lernerlebnis bei.

In welcher Weise wollen Sie den Raumproblemen begegnen?

Frank Keppeler (CDU):

Der Zustand der Schultoiletten stellt tatsächlich ein nicht zu unterschätzendes Problem dar. Leider stehen uns nur begrenzte Mittel für die Instandhaltung der städtischen Gebäude zur Verfügung. Mit diesen Mitteln müssen wir, wollen wir eine weitere Verschuldung vermeiden, auskommen. Im Rahmen des Konjukturpaketes II wird ein Großteil der Mittel für die bauliche, insbesondere die energetische Verbesserung der Schulen verwendet. Eines sage ich jedoch ganz klar: Wenn irgendwo gesundheitliche Gefährdungen auftreten oder bestehen, so ist im Wege der Gefahrenabwehr und der Verkehrssicherungspflicht sofort zu reagieren.

Florian Herpel (SPD):

Ich stimme Ihnen zu. Wir haben leider einen Sanierungsbedarf bei den Schultoiletten. Hier freue ich mich darüber, dass der Rat dem Antrag der SPD-Fraktion gefolgt ist, Mittel aus dem sog. Konjunkturpaket II auch für solche Sanierungsmaßnahmen bereit stellen zu wollen. Der erforderlich Umfang wird in den nächsten Wochen ermittelt werden.

Die Personaldecke an Schulen ist durchweg sehr dünn. Dies führt vor allem zu Unterrichtsausfall im Fachunterricht wie Sport, Schwimmen, Religion etc.

Sehen Sie eine Möglichkeit für die Kommunalpolitik darauf einzuwirken?

Frank Keppeler (CDU):

Es handelt sich bei Unterrichtsausfall um eine innere Angelegenheit der Schule. Hierfür ist die Stadt nicht zuständig. Es besteht lediglich die Möglichkeit, auf den Landesgesetzgeber bzw. die Landesregierung einzuwirken.

Florian Herpel (SPD):

Wir haben leider keine unmittelbare Einflussmöglichkeit. Die Lehrerstellenzuweisung ist Angelegenheit des Landes. Als Mitglied im Schulausschuss beim Städte- und Gemeindebund (das ist der Zusammenschluss aller 380 kreisangehörigen Städte und Gemeinden im Land) nutze ich aber jede Gelegenheit, auf Defizite und Missstände aufmerksam zu machen, damit diese beseitigt werden

Die richtige Schulform der Zukunft (Gesamtschule, Schule von 1. bis 10. Klasse, 6 jährige Grundschule, gebundener Ganztag, offener Ganztag, verlässliche Unterrichtszeiten etc.) wird auch unter unseren Mitgliedern kontrovers gesehen.

Welches ist Ihr Zukunftsmodell?

Frank Keppeler (CDU):

Mir ist wichtig, dass es Wahlmöglichkeiten gibt. Das Nebeneinander von Hauptschule, Realschule, Gesamtschule und Gymnasium hat sich meiner Auffassung nach bewährt. Eine Verlängerung der Grundschulzeit halte ich für erwägenswert.

Florian Herpel (SPD):

Persönlich halte ich ein zweigliedriges Schulsystem, bestehend aus Gemeinschaftsschulen und Gymnasien, für das erfolgversprechende Modell. Dann hört endlich der Unsinn der zu frühen Schulwahl nach dem 4. Schuljahr auf. Zudem hätten alle Kinder die Möglichkeit jeden Schulabschluss zu erreichen, ohne bereits nach dem 4. Schuljahr in eine kaum noch aufzubrechende Laufbahn gepresst zu werden. Die behauptete Durchlässigkeit der Schulformen ist heute bereits faktisch nicht mehr gegeben.

Lehrer und Eltern sollen vertrauensvoll zusammen arbeiten und gemeinsam zur Bildung der Kinder beitragen. Die Zusammenarbeit beschränkt sich in der Regel auf zwei Elternabende pro Jahr.

Welche Möglichkeiten sehen sie darüber hinaus?

Frank Keppeler (CDU):

Auch meiner Meinung nach ist ein ständiger Meinungsaustausch zwischen Eltern und Lehrern erforderlich. Die Notwendigkeit, dass dies unbedingt über zusätzliche Elternabende erfolgen muss, kann ich nicht erkennen. Vielmehr erscheint mir die Möglichkeit, bei Bedarf Sprechstunden aufzusuchen, sinnvoller. Dort kann viel konkreter und zeitnäher auf Probleme eingegangen werden. Wenn jedoch weitere Elternabende erforderlich erscheinen, müssen diese bei der Schule erbeten werden.

Florian Herpel (SPD):

Es gibt bereits heute sehr gute Beispiele dafür, wie sich Eltern in die schulische Arbeit über Elternabende hinaus einbringen können. In den Grundschulen können Eltern an der Arbeit in den Steuerungsgruppen des Offenen Ganztages teilnehmen, das grips-Programm am Geschwister-Scholl-Gymnasium/Pulheim bietet Eltern die Möglichkeit, ihr persönliches Fachwissen zu vermitteln.
Eine solche Initiative kann nicht verordnet werden, sondern muss in den Schulen wachsen. Bieten Eltern ihre Unterstützung an, nehmen die Schulleiterinnen und –leiter dieses Angebot sicher gern an.

Die Spielsituationen auf den Pulheimer Schulhöfen sind sehr unterschiedlich. Häufig fehlen jedoch Anlagen zu abwechslungsreichem und fantasievollem Spielen. Möchten Sie an dieser Problematik etwas ändern?

Wenn ja, in welcher Weise?

Frank Keppeler (CDU):

Ich kann dem nur zustimmen. Ein Beispiel ist für mich die Grundschule Bachstraße. Hier hat sich die Spielsituation seit meiner Grundschulzeit deutlich verschlechtert. Wichtig ist, dass die Kinder, insbesondere in den Pausen hinreichende Spielmöglichkeiten haben. Allerdings stehen wir auch hier vor dem Problem, dass nur begrenzte Mittel zur Verfügung stehen. Umso mehr muss der Einsatz der Fördervereine hervorgehoben werden. Hierüber werden häufig Möglichkeiten zugunsten der Kinder geschaffen, welche die Stadt finanziell nicht stemmen kann.

Florian Herpel (SPD):

Der zunehmende Ausbau von Ganztagsangeboten macht neue Angebote in den Schulen erforderlich. Im Gespräch mit den Schulleitungen werde ich ermitteln, wo Bedarfe vorhanden sind und wie diese gedeckt werden können.

Ein spezielles Problem hat die Grundschule Geyen/Sinthern. Hier verläuft der öffentliche Fußweg über das Schulgrundstück.

Wie kann hier Abhilfe geschaffen werden?

Frank Keppeler (CDU):

Grundsätzlich ist es so, dass ein öffentlicher Fußweg nicht über ein Schulgrundstück führen sollte. Die Schülerinnen und Schüler sollen während der Schulzeit ungestört sein. Mir ist bislang allerdings noch keine entsprechende Beschwerde von Seiten der Schulleitung bekannt. Falls hier Beanstandungen erhoben werden, muss überlegt werden, ob und wie eine Verbesserung der Situation erreicht werden kann.

Florian Herpel (SPD):

Wir haben städtischerseits eine entsprechende Beschilderung dahingehend veranlasst, dass der Schulhof nicht länger als Fußweg genutzt wird. Von Seiten der Schule ist dieses Problem daraufhin noch nicht wieder thematisiert worden. Sollten von Frau Ley Hinweise kommen, werden wir über weitere Schritte nachdenken.



Offene Ganztagsgrundschule


Im Vordergrund der Diskussion um die offene Ganztagsgrundschule steht das zu knappe Platzangebot. Berufstätigkeit der Eltern erfordert eine verlässliche Betreuung. Jedoch ist auch die inhaltliche Diskussion um den offenen Ganztag längst nicht abgeschlossen. Zentrale Fragen sind z.B. die Art der Hausaufgabenbetreuung, die Bildungsangebote durch die AG´s, die Mittagsverpflegung sowie die Flexibilität von OGS beim Besuch „privater“ Bildungsangebote (Sportverein, Musikschule etc.)
Wie wollen Sie auf die anhaltend hohe Nachfrage nach OGS-Plätzen im Zentralort reagieren?

Frank Keppeler (CDU):

Ich unterstütze das Konzept der offenen Ganztagsschule. Es ist wichtig, dass wir den Eltern in unserer Stadt dabei helfen, Familie und Arbeit in Einklang zu bringen. Die OGS Situation im Zentralort ist schwierig. Allerdings sind die Möglichkeiten von der Förderung des Landes abhängig und diese sind weitgehend ausgeschöpft. Die Stadt zeigt insbesondere durch die kostenträchtigen Entscheidungen zu Neu- bzw. Ergänzungsbauten - z.B. den Anbau eines Erweiterungspavillions an der OGS Geyen/Sinthern, welcher durch einen gemeinsamen Antrag von Birgit Liste-Partsch (FDP) und mir angestoßen wurde bzw. die Maßnahme an der Auweiler Straße in Pulheim -, dass sie das Konzept der offenen Ganztagsschule fördert.

Florian Herpel (SPD):

Der Rat ist meinem Vorschlag gefolgt, an der EGS, Auweiler Straße weiteren Platz für zwei zusätzliche Gruppen zu schaffen. Mit der Schulleitung der Barbaraschule sind Gespräche vereinbart, die OGS zum nächsten Schuljahr 2010/2011 auch dort einzuführen, nachdem der Rat meinem Vorschlag mehrheitlich nicht gefolgt ist, eine Einführung bereits in diesem Schuljahr vorzusehen.

Viele OGS-Räume sind hinsichtlich ihrer Größe und Ausstattung nur bedingt geeignet.

Wie kann die Raumsituation der OGS (sowohl qualitativ als auch quantitativ) nachhaltig verbessert werden?

Frank Keppeler (CDU):

Selbstverständlich könnten die OGS-Räume weiter optimiert werden. Im Ergebnis ist es allerdings so, dass die Räume nach den Richtlinien geschaffen worden sind, welche das Land Nordrhein-Westfalen vorgibt. Wenn gleichwohl Qualitätsmängel bestehen oder zwischenzeitlich eingetreten sein sollten, so ist dem nachzugehen und nach einer Lösung zu suchen. Allerdings ist auch hier zu beachten, dass die finanzielle Situation der Stadt derzeit sehr eingeschränkt ist.

Florian Herpel (SPD):

Die Beteiligten vor Ort (Schulleitung, Kollegium, Betreuungskräfte und Eltern) organisieren den Ganztag sehr gut. Die Idealvorstellung, für jedes Angebot einen einzelnen Raum zur Verfügung zu haben, lässt sich ehrlicherweise nicht realisieren. Der Ausbau des Ganztages erfolgte aber mit einer sehr großen Unterstützung des Bundes und Mitteln der Stadt. In Pulheim sind hierbei alleine ca. 700.000 EUR (hiervon ca. 100.000 EUR städt. Mittel) in zusätzliche Ausstattung (z.B.: Möbel, Pädagogisches Material und Kücheneinrichtung) investiert worden. Meiner Wahrnehmung nach haben wir hierdurch sehr gute Voraussetzungen für eine sehr gute Arbeit schaffen können.

Viele Eltern wünschen sich eine größere Flexibilität in Bezug auf die Abholzeiten.

Welche Möglichkeiten sehen Sie?

Frank Keppeler (CDU):

Ich halte eine Flexibilisierung auch für wünschenswert. Es gilt allerdings zu bedenken, dass dies bestimmte außerunterrichtliche Veranstaltungen sicherlich beeinträchtigen würde. Es erscheint mir gleichwohl – unter Berücksichtigung der landesrechtlichen Vorgaben – wichtig, dass ein möglichst bedarfsgerechtes Angebot vorgehalten wird.

Florian Herpel (SPD):

Der Erlass der Landesregierung zur Durchführung der Ganztagsangebote ist eindeutig; der Zeitrahmen ist festgelegt. Über die grundsätzlich berechtigten Bedürfnisse der Eltern hinaus betrachte ich aber immer auch die Belange der Kinder. Diese nehmen an einem schulischen Angebot teil. Diese Teilnahme erfolgt zwar freiwillig; sie sollte aber die gleiche Verbindlichkeit haben, wie die übrigen schulischen Angebote.

Eine Betreuung bis 16.00 Uhr ist oft nicht ausreichend.

Welche Möglichkeit sehen Sie für eine optionale Verlängerung bis 17.00 Uhr?

Frank Keppeler (CDU):

Eine Verlängerung erscheint insbesondere unter Berücksichtigung der vorhandenen Mittel sehr schwierig. Wenn eine Ausweitung der Zeiten stattfinden soll, so erhöhen sich unweigerlich die Kosten. Die Mittel, welche derzeit von Seiten des Landes und der Eltern zur Verfügung gestellt werden, lassen derzeit keine Verlängerung der Betreuungszeiten zu.

Florian Herpel (SPD):

Auch hier kann ich zunächst nur auf den Erlass verweisen. Dieser sieht das Ende der Angebote um 16.00 Uhr vor. Mit den in der Stadt Pulheim vom Rat bereit gestellten Mittel ist eine Ausweitung des Angebotes zurzeit nicht möglich.

Werden bei der Vergabe der OGS-Plätze ausreichend Familien berücksichtigt, bei denen nicht die Betreuung sondern soziale Aspekte im Vordergrund stehen?

Frank Keppeler (CDU)::

Davon, dass die die Schulen und die Betreiber der OGS bei der Zuteilung der Plätze soziale Aspekte ausreichend berücksichtigen, gehe ich aus.

Florian Herpel (SPD):

Ja. Der für die Aufnahme angewendete Kriterienkatalog lässt diesen Beurteilungsspielraum zu. Mir ist kein Fall bekannt, bei dem ein Kind aus wichtigen sozialen Aspekten und bei vorliegendem Wunsch der Eltern einen Platz zu bekommen, nicht zum Zuge gekommen ist. Eine Ausnahme war die Warteliste an der EGS, Auweiler Straße. Hier wird durch die Bereitstellung zweier zusätzlicher Räume Abhilfe geschaffen.

Die Eltern brauche Planungssicherheit. Eine Zu- oder Absage des OGS-Platzes kam in der Vergangenheit sehr spät.

Gibt es eine Möglichkeit diese Entscheidungen mit mind. 6 Monaten Vorlaufzeit zu organisieren?

Frank Keppeler (CDU):

Auch hier wäre eine Flexibilisierung wünschenswert, damit sich die Eltern frühzeitig darauf einstellen können, ob ihnen ein Platz zur Verfügung steht.
Eine Bestätigung oder Ablehnung seitens der Verwaltung muss im Interesse aller Familien und deren Planungssicherheit schnellstmöglich erfolgen.
Sollte die Verwaltung dies bisher nicht leisten, so besteht dringender Handlungsbedarf.

Florian Herpel (SPD):

Ich habe bereits eine Umstellung des Anmeldeverfahrens für das nächste Schuljahr 2010/2011 veranlasst. Geplant ist, dann bereits zu Beginn des Jahres verbindliche Zu- bzw. Absagen geben zu können.

Die OGS soll von freien Trägern der Jugendhilfe durchgeführt werden, insbesondere um eine Vernetzung mit den bestehenden Angeboten der Jugendhilfe sicher zu stellen und auf deren längjährige Erfahrungen aufbauen zu können. In Pulheim verzichtet man auf eine Trägervielfalt der etablierten Träger und lässt die OGS ausschließlich durch den hierfür gegründeten Verein GIP e.V. durchführen.

Worin sehen Sie Vorteile, aber auch Nachteile?

Frank Keppeler (CDU):

Für die Schaffung des Vereins Ganztag in Pulheim sprach seinerzeit, dass die Koordination zentral erfolgen kann. Dies bedingt eine gewisse Flexibilisierung aber auch Einheitlichkeit bei der Erfüllung der Aufgaben. Wenn verschiedene Träger vorhanden wären, wäre dies nicht mehr sichergestellt. Gleichwohl - da gebe ich Ihnen Recht – müsste ein nicht von GIP koordiniertes Angebot nicht schlechter sein. Bei verschiedenen Trägern könnte ein Meinungsaustausch und auf diesem Weg eine Optimierung stattfinden. Es gilt die weitere Entwicklung zu beobachten.

Florian Herpel (SPD):

Zum Zeitpunkt der Übertragung der Trägeraufgabe an GiP gab es wegen der noch geringen Erfahrungen im OGS-Bereich keinen etablierten Träger, wie z.B. im Kindergartenbereich. Der Verein GiP ist anerkannter Träger der Jugendhilfe und in die Jugendarbeit eingebunden. Einen großen Vorteil sehe ich darin, dass GiP als Verein allen Interessierten offen steht und sich jeder in die Arbeit einbringen kann. Die handelnden Personen kommen alle aus Pulheim und kennen sich mit den örtlichen Gegebenheiten bestens aus. Die Übertragung an einen Träger bietet zudem den Vorteil, schulübergreifend Angebote zu realisieren, die von einzelnen Trägern für einzelne Schulen alleine so nicht durchgeführt werden könnten. Die Strukturen von GiP stellen zudem sicher, dass mit einem vergleichbar minimalen Verwaltungsaufwand gearbeitet werden kann.



Weiterführende Schulen:


Aus Sicht vieler unserer Mitglieder fehlt im Stadtgebiet Pulheim eine Gesamtschule. Die Gesamtschule wird als Ergänzung zum Gymnasium gesehen.

Wie stehen Sie zu diesem Vorschlag?

Frank Keppeler (CDU):

Ich finde es wichtig, dass es für die Kinder und Eltern in unserer Stadt Wahlmöglichkeiten gibt. Eine Gesamtschule existiert bereits in Stommeln.
Sollte darüber hinaus weiterer Bedarf bestehen, so muss das Thema selbstverständlich behandelt werden.

Florian Herpel (SPD):

Der Schulausschuss hat auf meinen Vorschlag beschlossen, zu Beginn des nächsten Schuljahres eine Bedarfsermittlung bei den Eltern der Kinder aus den zweiten und dritten Schuljahren durchführen. Wir werden dann sehr gut um die Bedarfe Bescheid wissen.
Persönlich halte ich die Gesamtschule für eine sinnvolle Alternative. Die Anmeldezahlen der Kath. Gesamtschule in Stommeln sowie die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die Schulen außerhalb des Stadtgebietes besuchen, untermauern diesen Eindruck.

Zur Ganztagsbetreuung an allen weiterführenden Schulen erreichte uns folgende Frage:

Wie stehen Sie zu einer Übermittagsbetreuung der 5. Und 6. Klasse bis 16:00 Uhr analog der OGS?

Frank Keppeler (CDU):

Grundsätzlich halte ich das für erwägenswert. Ich sehe allerdings hier ein Kostenproblem. Ungeachtet dessen ist zu berücksichtigen, dass im Pulheimer sowie dem Brauweiler Gymnasium bald der gebundene Ganztag eingerichtet wird. Am Pulheimer Gymnasium und der Pulheimer Realschule gibt es bereits den verlässlichen Nachmittagsbereich.

Florian Herpel (SPD):

Die Nachmittagsangebote an den weiterführenden Schulen können nicht mit der OGS verglichen werden. Das Land sieht mit der OGS vergleichbare Angebote an weiterführenden Schulen nicht vor.
Die beiden städtischen Gymnasien werden schon in diesem Sommer gebundene Ganztagsgymnasien und der Trend geht dahin, dass auch die Realschulen verstärkt Ganztagsangebote machen werden. Persönlich bin ich davon überzeugt, dass wir langfristig ausschl. gebundene Ganztagsschulen in allen Schulformen haben werden; offen ist nur, wann dies der Fall sein wird.

Die Schulen sind überfüllt. Sehr häufig entscheiden Quoten und nicht die Leistung des Schülers über eine Aufnahme an einer bestimmten Schule.

Wie wollen Sie sicherstellen, dass Pulheimer Schüler auch die bevorzugte Pulheimer Schule besuchen können?

Frank Keppeler (CDU):

Ich kann Eltern gut verstehen, wenn sie sich für ihr Kind die optimale Schule wünsche. Es gibt jedoch für die Schulen und deren Leiter, die über die Vergabe der Plätze entscheiden, Vorgaben zum Aufnahmeverfahren (z.B.
Geschwisterkinder, Geschlecht etc.). Ich gehe aber davon aus, dass in den meisten Fällen dem Wunsch der Kinder und Eltern entsprochen werden kann.

Florian Herpel (SPD):

Die Aufnahme der Schulneulinge wird von den Schulleitungen entschieden. Meinem Eindruck nach wird so entschieden, dass auch die Wunschschule besucht werden kann. Ausnahmen gab es im Einzelfall nur dort, wo schulintern noch andere Kriterien hinzugezogen werden mussten.

Unsere Mitglieder sehen den Bedarf nach mehr sozialer Betreuung in den weiterführenden Schulen. Außerdem sollte das soziale Engagement mehr gefördert werden.

Welche Maßnahmen planen Sie auf diesem Gebiet?

Frank Keppeler (CDU):

Zur eingehenden Beantwortung dieser Frage müsste ich wissen, was für eine soziale Betreuung gemeint ist. Bereits heute ist es allerdings so, dass Lehrer die Schüler nicht nur unterrichten sondern sich vielfach auch mit deren Problemen auseinandersetzen und sie bei der Lösung unterstützen.

Im Übrigen wird die Schule die soziale Betreuung durch die Eltern grundsätzlich nur ergänzen und nur schwerlich ganz ersetzen können.

Florian Herpel (SPD):

Die zur Zeit schon realisierten Angebote, wie z.B. das FUKS-Projekt am Schulzentrum Pulheim, das grips-Programm am Geschwister-Scholl-Gymnasium/Pulheim, die Kulturklassen/Abtei-Gymnasium Brauweiler oder die Ganztagsangebote in den Grundschulen steigern schon jetzt die soziale Kompetenz der Kinder. Schulsozialarbeiterinnen oder Schulsozialarbeiter müssen leider von der Stadt vollständig finanziert werden. Das Land entzieht sich hier der Verantwortung. Um einem dringenden Anliegen zu entsprechen, hat der Rat auf meinen Vorschlag und des Schulleiters hin jetzt eine Stelle „Schulsozialarbeit“ an der Förderschule Brauweiler eingerichtet.

Unsere Mitglieder sehen einen Modernisierungsbedarf des Pulheimer Gymasium-, Realschul- und Hauptschulkomplexes.

Welche Maßnahmen planen Sie?

Frank Keppeler (CDU):

Große Teile der Realschule und der Hauptschule wurden erst kürzlich instand gesetzt. Im Pulheimer Gymnasium wird für eine sechsstellige Summe eine Toilettenanlage umfangreich saniert. Daneben werden kurzfristig zwei Mensen errichtet. Dies zeigt, welche Bedeutung der Schulbereich für die Stadt hat. Es stehen allerdings bei allem Bedarf nur begrenzte Mittel für die Bauunterhaltung zur Verfügung. Diese müssen den Prioritäten entsprechend eingesetzt werden

Florian Herpel (SPD):

In Abhängigkeit der von den Schulleitern konkret gegebenen Hinweise und den dann zur Verfügung stehenden Mittel werden die dringlichsten Sanierungsmaßnahmen durchgeführt. Ich bin froh, dass die WC-Anlage im Geschwister-Scholl-Gymnasium schon jetzt saniert wird und hoffe, dass auch dort, wo Bedarf ist, die weiteren WC-Anlagen in den Schulen mit Mitteln des Konjunkturpaketes II saniert werden.



Spielplätze:



Aus Sicht unserer Mitglieder gibt es zu wenige Spielmöglichkeiten für ältere Kinder z.B. Plätze zum Inlinern, Spiel - und Klettermöglichkeiten für Kinder ab 6 Jahren.

Was wollen Sie tun, um die Angebotsstruktur zu verbessern?

Frank Keppeler (CDU):

Wir haben im Stadtgebiet eine große Anzahl von Spielplätzen. Bei der Schaffung neuer Baugebiete wird bereits im Planungsstadium dafür Sorge getragen, dass auch attraktive Spielflächen eingerichtet werden. Wichtig erscheint mir, dass diese möglichst frühzeitig, und nicht erst dann, wenn die letzten Häuser gebaut werden, fertig gestellt werden. Mir ist wichtig, dass wir in allen Stadtteilen ein attraktives Angebot an Spielplätzen vorhalten. Darüber hinaus gibt es im Bereich des Sportzentrums einen Platz zum „Skaten“. Die zahlreichen Vereine im Stadtgebiet bieten ebenfalls ein interessantes Angebot. Die in vielen Stadtteilen vorzufindenden Jugendtreffs sowie Jugendgruppen sind Anlaufstelle für Jugendliche. Die Intensivierung der mobilen Jugendarbeit sehe ich hingegen als ein wichtiges Ziel an.

Florian Herpel (SPD):

Auf Antrag der SPD-Fraktion wird die Skatefläche am Sportzentrum Pulheim saniert. Auf Antrag der Verwaltung wurde die Fläche im Spielplatz Nordstraße in Stommeln für Skater erweitert. Darüber hinaus werde ich mich dafür einsetzen, dass die vom Rat beschlossene Prioritätenliste für Spielplatzerneuerungen und –sanierungen auch weiterhin Schritt für Schritt umgesetzt wird. Herbei gilt es dann, die jeweilige Altersstruktur im Einzugsbereich des Spielplatzes zu berücksichtigen. An der Planung werden sich alle Interessierten beteiligen können.
Auf Wunsch stelle ich gerne die Spielplatzbroschüre des Jugendamtes zur Verfügung. Hier sind alle Spielplätze im Stadtgebiet aufgeführt. Es ist für jedes Alter etwas dabei.

Es hat den Anschein, dass nur die Spielplätze in den Neubaugebieten gut ausgestattet sind während die Geräte der Spielplätze in Randgebieten vernachlässigt werden.

Was wollen Sie tun, um diese Spielplätze mit mehr attraktiven Spielgeräten auszustatten?

Frank Keppeler (CDU):

Das kann ich nicht bestätigen. Die Spielplätze werden einem verabschiedeten Prioritätenplan folgend instand gesetzt und modernisiert. Insbesondere am gerade modernisierten Spielplatz Auenweg / Am Kleekamp ist erkennbar, dass auch „ältere“ Spielplätze überaus attraktiv sind.

Florian Herpel (SPD):

Die Spielplätze in den Neubaugebieten sind neu erreichtet und dementsprechend gut ausgestattet. Die bereits bestehenden Spielplätze werden nach bestimmten Kriterien (Alter der Geräte, Ausstattung, Anzahl der Kinder im Einzugsbereich) sortiert und dann Schritt für Schritt verbessert.

Unsere Mitglieder stellen fest, dass die Sauberkeit auf Spielplätzen und in den anliegenden Grünanlagen zu wünschen übrig lässt, z.B. Verschmutzung durch Hundekot.
Was wollen Sie tun, um die Sauberkeit auf Spielplätzen und in den anliegenden Grünanlagen zu verbessern?

Frank Keppeler (CDU):

Zum einen ist wichtig, an das Verantwortungsbewusstsein der Menschen zu appellieren, die die Verschmutzungen verursachen. Zum anderen ist eine soziale Kontrolle durch Anwohner und Nachbarn ebenfalls von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Wenn Verschmutzungen auftreten, müssen diese schnellstmöglich beseitigt werden, damit keine Nachahmeffekte eintreten. Hier ist die Stadtverwaltung darauf angewiesen, dass ihr entsprechende Zustände mitgeteilt werden.

Florian Herpel (SPD):

Ich ärgere mich ebenfalls sehr über die richtigerweise beschriebenen Verschmutzungen. Das Jugendamt kann leider nicht auf jeden Platz einen Aufpasser stellen. Auch die zahlreichen Spielplatzpatinnen und –paten können und sollen nicht rund um die Uhr Wache stehen. Sollten Anlieger konkrete Hinweise geben können, wer für Verschmutzungen oder Zerstörungen verantwortlich ist, werde ich diesen Nachgehen und die Verursacher zur Rechenschaft ziehen.

Die Anzahl an Bolzplätzen und Plätzen für Jugendliche ist aus Sicht unserer Mitglieder zu gering.

Was wollen Sie tun, um die Anzahl an Bolzplätzen und Plätzen für Jugendliche zu erhöhen?

Frank Keppeler (CDU):

Die Anzahl der Bolzplätze und Spielflächen im Stadtgebiet halte auch ich für optimierbar. Allerdings ist es so, dass aus emissionsschutzrechtlichen Gründen Bolzplätze an vielen Stellen in der Nähe von Wohngebieten auf den Widerstand von Anrainern stoßen. Es ist daher wichtig, geeignete Flächen zu erwerben und durch eine umsichtige Planung dafür zu sorgen, dass die Anwohner nicht übermäßig beeinträchtigt werden.

Florian Herpel (SPD):

Ich hoffe, dass sich die Pläne für Sinthern bald realisieren lassen. Ansonsten müssen wir zukünftig mutiger bei der Anlage von Bolzmöglichkeiten sein und eine größere Nähe zu Wohngebieten suchen.



Jugendarbeit:


Das Angebot an offener Jugendarbeit ist unseren Mitgliedern zu gering.

Was wollen Sie tun, um das Angebot an offener Jugendarbeit zu erweitern?

Frank Keppeler (CDU):

Es ist festzustellen, dass die in der Stadt geleistete mobile Jugendarbeit gut angenommen wird. Hierdurch gelingt es, Kinder und Jugendliche zu erreichen und diesen Freizeitmöglichkeiten in der Stadt aufzuzeigen. Die mobile Jugendarbeit sollte meiner Einschätzung nach intensiviert werden. Die Öffnungszeiten der einzelnen Jugendeinrichtigungen, insbesondere der Jugendtreffs sollten dahingehend überprüft werden, ob sie bedarfsgerecht sind. Unter Umständen sind hier Anpassungen erforderlich. Auch die verstärkte Kooperation von Schulen und Vereinen sehe ich positiv. Kinder und Jugendliche gewinnen so einen Einblick in das Angebot eines Vereins. Es werden Interessen geweckt und Freizeitmöglichkeiten aufgezeigt.

Florian Herpel (SPD):

Die Frage ist, ob wirklich eine Erweiterung erforderlich ist oder ob nicht ein bedarfsgerechtes Angebot schon Verbesserungen schaffen kann. Ich habe dem Rat vorgeschlagen, jährlich die Arbeit der Offenen Jugendarbeit dahingehend zu überprüfen, ob die gemachten Angebote angenommen werden oder ob andere Angebote erforderlich sind. Der Rat hat diesem Vorschlag zugestimmt. Die Offene Jugendarbeit wird daher zukünftig noch stärker bedarfsorientiert geleistet werden. Hierbei werden einrichtungsbezogene Angebote und solche der aufsuchenden Jugendarbeit in die Abwägung einzubeziehen sein.



Sonstiges

Die Sicherheit der Schulwege insbesondere in den Bereichen Bergheimer Straße/Geyener Berg, Rathausstraße/Steinstraße und Bachstraße ist einigen unserer Mitglieder nicht ausreichend gewährleistet.

Was wollen Sie tun, um die Schulwege sicherer zu gestalten?

Frank Keppeler (CDU):

Entsprechende Beschwerden sind mir bislang nicht bekannt. Wenn Gefahrenpotentiale gesehen werden, können diese – am besten unter Schilderung der genauen örtlichen Lage - an die Stadtverwaltung weitergeleitet werden. In der Regel erfolgt dann eine Bereisung der Bereiche durch Mitarbeiter des Ordnungsamtes, des Tiefbauamtes sowie der Polizei. Wenn Gefahrenpotentiale gesehen werden, so wird nach entsprechenden Lösungsmöglichkeiten gesucht und diese umgesetzt. Ich bin gerne bereit, Ihre Mitglieder bei der Problemlösung zu unterstützen.

Florian Herpel (SPD):

Wir haben in der Verwaltung eine Kinderunfallkommission, der u.a. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ordnungsamtes und zusätzlich der Polizei angehören. Diese geht regelmäßig Hinweisen zu schwierigen Verkehrssituationen nach und reagiert sofort, wenn Unfälle mit Kinderbeteiligung passiert sind. Ich bin hierbei gerade für jeden Hinweis dankbar, wo Schulwege unsicher erscheinen. Die Kinderunfallkommission wird sich mit diesen Hinweisen beschäftigen und Abhilfe schaffen.